Eine unabhängige Plattform für Elektroauto-Ladestationen in Deutschland — mit Echtzeit-Verfügbarkeit, smarten Filtern und offenen Daten. Kostenlos, werbefrei, DSGVO-konform.
Basiert auf Daten der Bundesnetzagentur und OpenStreetMap · täglich aktualisiert
Wie bei vielen Geschichten entstand auch dieses Projekt aus einer fixen Idee.
Wir haben uns auf Zeit ein e-Auto zugelegt, weil wir gerade ein zweites Auto benötigten. Meine Frau hatte bereits auf der Arbeit viel mit e-Autos zu tun und so war für sie klar, wenn ein zweites Auto, dann e! Ich kann den Verbrenner für meine Zwecke gerne weiter nutzen.
Kaum habe ich als Neuling mich damit befasst, was das für uns bedeutet und wie wir dieses Auto "tanken" können, ohne eine eigene Wallbox zu besitzen, landete ich im ersten Tal der Frustration:
Daraus erwuchs der noch simple Gedanke, es müsse ohne Probleme möglich sein eine Webseite bzw. App bereitzustellen, wo alle Ladesäulen mit allen wichtigen Daten, Informationen zum Umfeld wie "beleuchtet", "überdacht", "Warteraum im Trockenen" und der dortigen Preise all der Ladekartenanbieter zusammen dargestellt werden - und der e-Auto Neuling muss sich nicht in den Untiefen des Internets dazu einen Wolf suchen.
Gedacht und schwupp ging es los mit den Bildern im Kopf, die nach Umsetzung schrien.
Als ITler mit großen Gedanken und beschränkten Mitteln musste ich schnell einsehen, dass ich solch ein Projekt schwerlich komplett alleine bewältigen kann - alles nebenbei in der Freizeit und mit mangelnden Kenntnissen in einigen wichtigen Bereichen, die man dafür benötigen würde.
Ich hatte nicht die Zeit und den Willen mich in alle notwendigen Themengebiete erst einzuarbeiten, von denen ich Stand heute nicht ausreichend Kenntnisse hatte - sei es notwendige Webserver- oder Datenbanktechnik und deren Betrieb oder passende "Programmiersprachen" für ein solches Projekt. Des Weiteren fehlten mit auch die Daten und sich mit allen Betreibern von Ladestationen dazu auseinander zu setzen, kann mich die restliche Zeit bis zur Rente begleiten.
Zum Glück habe ich mich bereits beruflich und privat mit KI beschäftigt, hatte aber bisher keine Themenfelder, in denen mich eine KI hätte sinnvoll unterstützen können. Also beschloß ich, dieses Projekt als Versuchsfeld zu nutzen. Schließlich kann es nicht mehr als schief gehen und zu verlieren habe ich nichts, kann und will ich das Projekt doch nicht aus eigener Kraft in mühevoller Kleinarbeit stemmen.
Das Credo für dieses Projekt lautete fortan:
Ich kann schon mal so viel verraten, dass ich diesem Vorsatz bis zum Launch des Projektes für die Öffentlichkeit zu 100% treu geblieben bin.
Aber da war noch die Sache mit den Daten. Zum Glück kam bei der Suche nach Daten für mein Projekt bei "Dr. Google" recht schnell auf einschlägige Artikel, welche mich auf die Mobilithek des Bundesministeriums für Verkehr gebracht haben.
Glücklicherweise gibt es seit kurzem eine Gesatzeslage, welche die Betreiber von Ladeinfrastruktutren für KZFs verpflichtet, ihre Daten über die Mobilithek allen Interessierten zur Verfügung zu stellen. Allerdings sind bei weitem noch nicht alle Betreiber soweit, dass sie Ihre Daten dort anbieten.
Der Grundstein für dieses Projekt war damit gelegt.
Voller Schwung und Elan ging ich ans Werk und begann spontan ohne großen Plan diese Seite zu erstellen. Als Werkzeugkasten diente mir die KI-Toolbox von Replit. Damit hatte ich bereits vor einer Weile meine ersten unstrukturierten Gehversuche mit einer KI zum Programmieren gemacht. Das hat für meine Begriffe zufriedenstellend funktioniert, also habe ich nicht nach etwas anderem gesucht, sondern einfach mit Replit losgelegt.
Von den ersten Fragen, wie man ein Projekt nach meinen damaligen Vorstellungen umsetzen könnte, über erste Prototypen bis hin zur Integration von Webhook-Schnittstellen und dem Verstehen der Datenstrukturen der Mobilithek habe ich mich mit Replit überall erfolgreich durchkämpfen können.
Es gab allerdings auch Momente, in denen ich mich vor Verzweiflung vor die Stirn gefasst habe, weil die KI partout nicht das machen wollte, was ich vor hatte. Nicht selten haben sich diese Situationen im Nachhinein als Kommuniationsproblem zwischen Mensch und Maschine herausgestellt. Auch eine KI hat ihr eigenes Verständnis und der Mensch muss sich schon bemühen genau zu formulieren bzw. ein bis zwei Schritt weiter zu denken. Dann klappt es recht gut mit der KI.
Dieser Spruch ist einem ehemaligen Kollegen geschuldet und kommt immer dann zum Tragen, wenn es um die Kleinigkeiten geht, die einem das Leben schwer machen.
Der erste Teil des Projektes ging recht flott voran. Nach 3-4 Wochen kam ich allerdings an den Punkt, außerhalb der KI-Entwicklungsumgebung eine stabile Seite zu benötigen - sei es um sich sein Werk nochmal in Ruhe durch den Kopf gehen zu lassen oder um die dynamischen Daten der Mobilithek per Push anliefern zu lassen. Meine bis hierhin schöne und theoretische Gedankenwelt wurde mit der harten Realität konfrontiert.
Aus einer Zeit kommend, in der Webseiten und alles was dazu gehört noch auf großen Webservern betrieben und über HTML-Seiten mit zugehörigen dynamischen Elementen und Schnittstellen abgewickelt wurde, landete ich im Handumdrehen in der Welt der Container und Clouds. Mein Projekt war von der KI so gebaut worden, dass ein klassischer Webserver nicht in Frage kam und ich wohl oder übel in die Welt der kleinteiligen Clouds mit Containern wechseln musste. Eine harte Zeit, hatte ich mich doch so sehr in Gedaken an meine alte Serverwelt geklammert.
Wenige Tage später, nachdem ich mehrfach daran gedacht hatte aufzugeben, war ich etwas hart aber wohlbehalten in der neuen Welt gelandet und legte wieder voller Elan los.
Nur kurze Zeit später musste ich am eigenen Laibe erfahren, was ich auf der Arbeit doch immer wieder so gerne zum Besten gebe: Die Cloud ist nicht günstig, man muss sie so nutzen wie sie gedacht und gebaut ist!
Die Seite wuchs und die Funktionen spielten immer besser zusammen. Nach 6-8 Wochen hatte ich das Gefühl, Weihnachten könnte ein guter Zeitpunkt für den "Go-Live" sein. Alles fügte sich so langsam und griff sehr gut ineinander. Die Teile fügten sich zu einem Bild und ich wähnte mich am Ende meiner Bemühungen.
Aber wie es nun mal ist, wenn man drauf los arbeitet und der Plan nicht schon am Anfang steht - kurz vor dem Start ergeben sich immer mehr Baustellen grundsätzlicher Art.
Es fing an mit einem sauberen Connection-Pooling für die Datenbank, was in der Entwicklung nicht notwendig war.
Danach kam ein Wartungsmodus hinzu, weil die Live-Daten der Datenabieter nicht verloren gehen sollten, wenn ich Anpassungen durchführen muss. Auch sollten die Datenpuffer für die Anlieferung dieser Daten von der Verarbeitung im Backend "abgehängt" werden können, falls es die Infrastruktur oder Anpassungen an der Webseite erfordern.
Ein kurzer Blick auf die Datenbank offenbarte, dass ich mir besser jetzt schon Gedanken über die Verwaltung der dynamischen Daten machen sollte. Jede Statusänderung landete in einer dafür vorgesehen History-Tabelle, welche aber innerhalb von 2 Wochen bereits in Richtung 1GB angewachsen war. Mit dem Ausblick, in 2026 noch mehr Datenabieter anschließen zu wollen, war mir schnell klar, dass eine professionellere Datenhaltung her muss.
Die Europa-Karte bezog ich noch von "OpenStreetMap" und "OpenFreeMap". Die Ladezeiten waren aber nicht so gut, wie ich mir das vorgestellt hatte. Kurz gesagt, ich musste mir über eine andere Speicherung oder Bezug der Karte Gedanken machen, damit die Antwortzeiten deutlich besser werden.
Ich musste einen deutlich besseren Überblick über die Seite, Ihre Funktionen und das Zusammenspiel im Betrieb gewinnen, um frühzeitig zu erkennen wo es Schwachstellen im Design oder Infrastruktur gibt. Das oberflächliche Monitoring des Hosters hilft an der Stelle leider nicht weiter.
Ich könnte munter weiter aufzählen, ich denke aber Ihr versteht woraus in hinaus will. Es gab doch noch mehr zu tun, als mir vorher bewusst war.
Ihr merkt schon, kurz vor dem Launch wurde die Liste der offenen Punkte nicht kürzer. Jede dieser Änderungen zog wiederum Anpassungen in anderen Bereichen der Seite nach sich. Es gab von Tag zu Tag mehr zu tun und die offenen Punkte konnten leider nicht in der Geschwindigkeit abgearbeitet werden, wie ich es mir gewünscht hatte. Neben all dem was Ihr seht, gab es viele Anpassungen am Backend, damit notwendige Handgriffe des Administrators mit einem Klick erledigt werden können und nicht jedes Mal tiefe Eingriffe im Code, Datenbank oder Cronjobs erfolgen müssen.
Es war wieder fraglich, wann die Seite das Licht der Welt erblicken würde.
Kurz nach Weihnachten 2025 ist es soweit, nachdem alle zuvor genannten infrastrukturellen und Code-Anpassungen erledigt und deren Tests erfolgreich waren. Abschließend gab es noch inhaltliche Anpassungen, diese Seite hier musste vervollständigt werden und das Impressum sowie die Datenschutzerklärung sollten tunlichst so gefüllt werden, wie es heute erwartet wird. Alles lästige Aufgaben, ohne deren Erledigung an ein Start dieser Seite aber nicht zu denken ist.
Erleichtert lehne ich mich zurück, als ich am 31.12.2025 um 18:45 Uhr den Passwortschutz entferne und somit die Seite "ChargeSurfer.de" das Licht der Internetwelt erblickt. Erleichtert, aber auch etwas unsicher, frage ich mich zu dem Zeitpunkt:
Was kommt jetzt? Tägliches Aufräumen der Datenbestände, beseitigen von Fehlern und mal ein bisschen feucht durchwischen? Oder wartet da noch mehr auf mich und "ChargeSurfer.de"?
Wir alle werden es erfahren!
Zum Abschluß kurz ein Überblick, auf welcher Technik ChargeSurfer.de aktuell läuft und welcher Anbieter ich mich bediene:
Nun ist fast der erste Monat Live-Betrieb für "ChargeSurfer" rum und s war nicht langweilig.
Anfänglich hieß es für mich, im Rahmen meines Cloudflare-Tarifs dafür zu sorgen, dass die Bots, welche nur Wordpress und andere Software suchen, um Sicherheitslücken aufzutun, direkt vorne ausgesperrt werden. Nach ein paar Versuchen hat das ganz erfolgreich geklppt, wenn gleich ich noch ein paar mehr Scanversuche aussperren werden.
Danach habe ich den neuen Datenanbieter Monta aus Dänemark aufgenommen, welcher deutsche Ladepunkte in seinen Daten liefert. Dise sind eingebunden und liefern teilweise auch Live-Daten.
Durch diese Maßnahme motiviert habe ich die nächste Datenquelle namens MobiData BW basierend auf der Mobilithek eingebunden, was einen massiven Sprung bei den Ladepunkten gebracht hat. Diese muss ich die nächsten Wochen noch etwas mehr prüfen und optimieren, villeicht auch mal einige darin enthaltene großen Betreiber fragen, ob Sie gedenken Live-Daten gemäß AFIR anzubieten. Leider hat dieser Datensatz nur eine begrenzte Menge Live-Daten anzubieten und die Schnittstelle ist für meine Begriffe nicht optimal, eher minimal aus Sicht der Anforderung gestaltet. Dazu werden ich mit dem Anbieter wohl nochmal Kontakt aufnehmen, ob es Planungen gibt hier etwas anzupassen.
Natürlich hatte ich auch schon meine ersten Performance-Engpässe über mehrere Tage - der eine oder andere wird es leider bemerkt haben. Der Grund war die Art, wie ich die Karte bereitstelle. Dies ist nun auf eine performantere Basis gestellt worden, was ich in Folge bei Cloudflare mit einem noch besseren Caching weiter optimieren möchte. Aber eines nach dem Anderen, schließlich ist das hier nur ein Hobby, was es nebenbei zu betreiben gilt.
Für alle meine Ideen zu Weiterentwicklungen und Kommunikation mit den Datenanbietern durfte mir die KI auch noch ein kleines Planungswerkzeug einbauen, mit dem ich hoffentlich den Überblick behalte und mich nicht verzettele. Dieses muss ich die nächsten Wochen füllen und damit hoffentlich meine lose Zettelwirtschaft eliminieren.
Ihr seht es ist schon viel passiert, wenn gleich man nicht alles sofort von außen sieht. Auch wenn vieles geschafft ist, einige Dinge habe ich noch im Kopf, welche es Euch auf der Seite etwas einfacher machen sollen und Informationen an die Hand, wie diese Seite und Ihre Daten zu lesen und optimal zu bedienen sind. Dazu aber später mehr, wenn ich mal wieder gebündelt ein paar Updates bereitstellen konnte.